Existenzgründung erfolgreich gestalten

Viele Existenzgründungen scheitern in Deutschland an einer nicht ausreichenden finanziellen Ausstattung. Diese kann jedoch in Teilen durch kaufmännisches Know-how kompensiert werden.

Defizite im kaufmännischen Know-how werden gerade in der Gründungsphase junger Unternehmen häufig unterschätzt. Folge ist dann nicht selten ein erhöhter finanzieller Aufwand in der Nachgründungsphase, in der dann die Fehler wieder ausgebügelt werden müssen. Unter dem Strich wird am falschen Ende gespart. Das Argument, dass Existenzgründer in der Gründungsphase kein Geld für externen Rat haben, sollte endlich in der Mottenkiste „Sinnlose Sprüche und Ansichten“ verschwinden. Entweder ist das Geld da, um eine selbstständige Existenz auf solide Füße zu stellen oder es sollte von der Gründung Abstand genommen werden.

So betont auch das Bundeswirtschaftsministerium in ihren Veröffentlichungen die Notwendigkeit für Gründer sich kaufmännische Kenntnisse anzueignen, sofern diese noch nicht vorhanden sind. Daneben sollten gerade in der Gründungsphase die Vorteile einer Begleitung durch einen in unternehmerischen Dingen erfahrenen Partner nicht unterschätzt werden. Gerade durch Fehler etwa in der Einkaufspolitik, bei der Auswahl von Mitarbeitern und Kooperationspartnern oder sonstigen vertraglichen Verpflichtungen können bei der Gründung schnell einige tausend Euro verschenkt werden. Demgegenüber wirkt sich die, in der Regel auch noch bezuschusste Bezahlung für einen externen Berater wesentlichen geringer aus und führt mittelfristig meist sogar schneller zu einem höheren Gewinn.

Da aber Geld, trotz der Sinnhaftigkeit einer externen Beratung ein knappes Gut bleiben wird – und dies insbesondere auch für Existenzgründer – sollten Gründer ihren Berater neben Zuschüssen auch auf alternative Finanzierungsmodelle ansprechen.

Daneben sollten auch Kleinstunternehmen von Beginn an sich Gedanken über ein internes Controlling machen. Dies kann etwa so geschehen, dass monats- oder quartalsweise die Daten aus der Buchhaltung, die in der Regel von dem Steuerberater geliefert wird, in ein Tabellenkalkulationsprogramm übernommen werden und dort individuell, auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten ausgewertet werden.

Controlling bedeutet dabei nicht Kontrolle, sondern Steuerung. So sollten dann auch die Zahlen zur Verfügung gestellt werden, die der Unternehmer auch tatsächlich braucht. Also z.B. was kosten einzelne Produkte oder Dienstleistungen oder welchen Ertrag erbringen einzelne Projekte oder auch nur die Frage, was sich hinter den „sonstigen Kosten“ in der BWA des Steuerberaters verbirgt.

Zum Controlling gehört natürlich, dass zuvor eine vernünftige Jahresplanung gemacht worden ist. Denn wie soll sonst eine Abweichung und vor allem wovon ermittelt werden. Aus der geplanten Gewinn- und Verlustrechnung, die für viele Existenzgründer doch etwas akademisch anmutend daher kommt, sollte auch die Liquiditätsplanung abgeleitet werden – und die Liquiditätsplanung die versteht ein jeder Gründer, ist das doch nichts anderes als der vorhergesagte Kontostand.

Aber grundsätzlich gilt auch hier: Aller Anfang ist schwer. Allerdings einmal eingeführt lässt sich so ein Controlling einfach fortschreiben. Aktuellen Existenzgründern wird empfohlen, sofern noch nicht geschehen, am besten noch heute mit einem Fachmann Kontakt aufzunehmen und sich die Details erklären zu lassen.

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